
Ahoi an Alle,
schön dass ihr wieder dabei seit.
Lasst es uns kurz machen: hier ist der lang ersehnte zweit Teil zum Thema "Was muss mit in die Arktis?"
Holt euch einen warmen Tee und die Kuscheldecke. Bis wir uns versehen stecken wir wieder kopfüber in Camping-Gerümpel.
Wie immer im Camping kommt es auch oder besser vor allem bei Kälte auf sauberes, durchdachtes Layering an. Wenn ihr in die Kälte wollt, solltet ihr euch absolut sicher fühlen was das System Zwiebellook angeht.
Die drei Bereiche sind wie auch im Isomatten- Bereich:
Ich lese im Alltag auch nicht gern die fitzeligen Waschanleitungen auf meiner Kleidung. Jede*r hat Teile im Schrank, die aus Vollplastik bestehen und trotzdem dort gelandet sind – einfach, weil sie uns gefallen haben. Auch wenn wir wissen, dass Polyester nicht das „beste“ Material ist.
Wenn wir in die Wärme Südeuropas fahren, packe ich bevorzugt Baumwolle ein. Die Shirts riechen nicht so schnell und sind bei Hitze angenehm zu tragen. Ebenso Leinen. Ein Shirt mit Ärmel, eins ohne, eins zum Essengehen. Fertig.
Leider ist das Thema bei Kälte deutlich komplizierter. Die besten Materialien habe ich euch kurz aufgelistet:
Sie speichert Feuchtigkeit und kühlt dadurch extrem aus. Feuchte Baumwolle kann im Winter richtig gefährlich werden.
Wir haben unseren Rucksack vor allem mit Fleece und Synthetik gefüllt.
Merinowolle ist unfassbar teuer. Ja- sie hält ewig, aber da wir die Kleidung nicht den kompletten Winter täglich tragen, haben wir uns nur für ein paar wenige Stücke entschieden: lange Unterhose, Socken und Handschuhe mit Merinoanteil. Die restliche lange Unterwäsche haben wir reduziert im Sportausstatter gefunden.
Tipp:
Kauft euch die oberen Schichten gern eine Nummer größer. Kälte macht Kleidung steif, und manche Stoffe ziehen sich zusammen.
Mein Fleecepulli war sogar zwei Nummern zu groß – und ich habe ihn geliebt, weil er so herrlich unkompliziert war.


Eine gute Jacke ist das Herzstück eurer Garderobe.
Es gibt ein paar entscheidende Punkte, die eine Alltags‑Winterjacke von einer echten Winterexpeditions‑Ausstattung unterscheiden. Angefangen bei der Passform bis hin zur Beschichtung gehen wir das jetzt Stück für Stück durch.
Wie bei jeder Jacke sollte genug Platz für alle geplanten Schichten sein – aber sie darf auch nicht zu locker sitzen. Ihr müsst vor allem die Arme gut bewegen können, ohne dass die Jacke nach oben rutscht.
Worauf ihr achten solltet:
Und ja: Wir wirken damit auf Urlaubsfotos doppelt so breit – aber was soll’s. Lieber habe ich fantastische Erinnerungen an die Polarnächte als daran, wie ich zitternd im Schnee stand.
Besonders wichtig ist eine Wasserdichtigkeit ab 10.000 mm Wassersäule.
Eine Jacke kann im Winter nicht „zu wasserdicht“ sein. Spart hier auf keinen Fall. Modelle mit weniger Dichtigkeit sind zwar günstiger, aber ihr zahlt später mit Ärger – und Kälte.
Ebenso wichtig:
Wasser findet immer seinen Weg.
Aber: Für Wintercamping in der Arktis nicht geeignet.
Kurz gesagt:
Die Jacke muss 10.000 mm Wassersäule, verdeckte Reißverschlüsse und versiegelte Nähte haben.
Eine Hardshell‑Beschichtung ist eine hervorragende Basis – aber checkt trotzdem alle anderen Punkte gewissenhaft.
Außerdem sollte die Kapuze verstellbar sein. Nichts ist nerviger, als wenn euch der Wind ständig die Kapuze vom Kopf fegt.
Hier will ich euch gar nicht mit Wiederholungen langweilen – wir hatten das Thema schon beim Schlafsack.
Kurz und knackig:
Warum?
Synthetik steht Daune in nichts nach – vor allem nicht bei Feuchtigkeit.
Worauf ihr achten solltet: Die Jacke muss wirklich gut gefüttert sein.
Sie darf auf gar keinen Fall „lasch“ wirken oder dünne Stellen haben.
Zur Farbe: Kräftige Farben sind im Winter immer sicherer – man wird schneller gesehen, vor allem bei Schneefall oder in der Dämmerung.
Aber ganz ehrlich: Ich habe selbst eine weiße Jacke gekauft.
Das war die letzte reduzierte, und sie hat ihren Job trotzdem hervorragend gemacht.
Vor allem Jacken treiben einem schnell die Tränen in die Augen wenn sie übers Kassenband gehen.
Nur als kurzer Einschub: Winterequipment ist unfassbar teuer. Aber wenn man nach Schnäppchen sucht und sich von großen Marken fernhält- soweit wie möglich- ist es auch mit geringem Buget gut möglich sich Träume zu erfüllen. Alles in allem lagen wir pro Nase unter 500€ Equipmentkosten. Dazu kamen noch 200€ für die Fähren, die Tankfüllung und das Essen. Eine Woche Polarlichter sehen muss keinen vierstelligen Betrag kosten.
Und genau darum geht es hier. Camping kann low budget sein, aber niemals reckless.
Eins weiß ich nach unserem Wintertrip ganz genau:
Die Extremitäten leiden am schnellsten. Deswegen ist es super wichtig, Hände, Füße und Hals besonders gut zu schützen.
Der vielleicht wichtigste Punkt hier:
Zusätzlich zum Layering (ja, auch bei Handschuhen!) braucht ihr genug Ersatz.
Wir sind super organisiert und haben für jedes Teil einen festen Platz – aber selbst wir haben unsere Handschuhe im Auto verlegt.
Mal schnell abgestreift, um kurz etwas umzuräumen, Handschuh zur Seite gelegt – und zack, weg.
Also: Nehmt mindestens drei Paar dicke Handschuhe mit.
Unsere Handschuhe waren ganz normale Skihandschuhe von Otto für ca. 30 €.Darunter trug ich dünne Wollhandschuhe mit Merinoanteil. Die äußere dicke Schicht– je nach Lust und Laune mit Fingern oder als Fäustlinge.
Und auch hier noch einmal der Tipp:
Kauft euch die äußere Handschuhschicht lieber etwas lockerer als zu eng.
Das nimmt unglaublich viel Stress raus. Ihr habt nur wenige Minuten – manchmal weniger als eine Minute – Zeit, eure Hände zu schützen. Da kann es Gold wert sein, wenn man schnell in die Handschuhe hineinkommt.
Ich würde lieber klitschnass in eine enge Plastikleggings schlüpfen müssen, als bei –30 °C in exakt passende Handschuhe.
Egal mit wem ihr über die richtigen Socken im Winter reden werdet – ihr habt hinterher mehr Fragen als Antworten. Ich habe wirklich schon alles gehört.
Angefangen bei: „Glaub mir, die selbstgestrickten Baumwollsocken von Oma sind’s!“ bis hin zu: „Ein guter Schuh ersetzt den ganzen Zirkus um Socken.“
Klare Antwort: Nein. Weder Baumwolle, noch Einlagen allein, keine Lammfellsohlen, keine UGG‑Boots, keine Frotteesocken sind in irgendeiner Weise eine gute Idee.
Wenn ihr nur eine Runde mit dem Hund durch den Wald wollt – probiert euch aus.
Wenn ihr aber eine Woche Camping in der europäischen Arktis sicher genießen wollt, überlegt euch vorher, wie ihr euer Set‑up aufbaut.
Ich musste gleich am ersten Morgen feststellen, dass ich nicht in die Schuhe hineinkomme.
Sie waren zu eng. Im Laden hatte ich sie exakt passend gekauft.
Nun waren die Schnürsenkel festgefroren und das Kunstleder steif.
Aber auch ohne die dicken Hüttensocken waren die Füße wunderbar warm.
Anfangs war ich der Meinung, meine alten Haix wären passend für diesen Trip.
Aber Gott sei Dank habe ich bei der Vorbereitung die Winterstiefel in einem lokalen Sportausstatter mitgenommen.
Ich habe schnell gelernt, worauf es bei Outdoor‑Winterstiefeln ankommt:

Diese Punkte entscheiden darüber, ob eure Füße warm bleiben – oder ob ihr nach zehn Minuten im Schnee verzweifelt.

Vorsicht vor solchen Modellen!
Solche Schuhe sind vielleicht optisch schöner, aber sie bringen euch nicht voran.
Gute Schuhe sind absolut sicherheitsrelevant.
Bei einem sehr warmen Socken‑Schuh‑Set müsst ihr unbedingt darauf achten, dass ihr nicht über das Ziel hinausschießt. Ich hätte mir um ein Haar die Füße erfroren, als wir vom hohen Norden über Nacht in den Süden gefahren sind.
Ich habe teilweise so in meinen Schuhen geschwitzt, dass meine Socken klamm wurden – und ich hatte keine Gelegenheit, sie zu wechseln. Am Abend fielen die Temperaturen auf –9 °C. Als ich nach Stunden die Schuhe auszog, waren meine Füße bereits leicht verfärbt.
Tipp: Schwitzen unbedingt vermeiden.
Das ist ein Klassiker, den viele erst nach dem ersten Wintertrip verstehen.
Ein zu enger Schuh ist im Winter gefährlicher als ein zu dünner Schuh.

Das erklärt, warum „exakt passend im Laden“ im Winter nicht funktioniert.
Alles davon kann innerhalb von Minuten zu Kälteproblemen führen.
Das ist ein Geheimtipp, den viele Profis nutzen:
Ein Körperteil, das gern vergessen wird, wenn man nach dicken Socken, langen Unterhosen und dem richtigen Fleece‑Oberteil sucht, das letzten Winter mit Sicherheit noch im Schrank lag.
Wir haben hier unser altbekanntes Zwiebellook‑System angewandt.
Erste Schicht: ein Loop‑Sportschal, zum Beispiel von Buff, The North Face oder irgendein No‑Name‑Modell aus eurer Winterkiste.
Diesen Schal habe ich 24/7 getragen. Zum Schlafen, im Auto, beim Essen gehen – immer. Zwischendurch habe ich ihn nur schnell gegen einen frischen getauscht, aber das war das Höchste der Gefühle.
Je nach Witterung kam darüber noch ein großer Winterschal.
Tipp: Schützt vor allem nachts euren Hals.
Ich trage sogar im Süden einen Schal zum Schlafen – so beugt ihr einem steifen Nacken vor.
Je nach Gusto könnt ihr natürlich noch eine Mütze oder ein Stirnband aufsetzen. Ich für meinen Teil liebe Stirnbänder – meine Haare sind am Oberkopf einfach sehr dick.
Falls ihr eine weniger voluminöse Frisur tragt, würde ich euch eher zu einer Mütze raten.
Man verliert mehr Körperwärme über den Kopf, als man denkt.
Tipp: Alle äußerlich sichtbaren Piercings (z. B. an Lippe, Ohr, Augenbraue oder Nase) sollten vor der Abfahrt durch Varianten aus Kunststoff ersetzt werden. Metall kühlt in arktischen Bedingungen extrem schnell aus und kann die Haut oder Schleimhäute stark reizen oder verletzen.
Wechselt die Piercings am besten schon zu Hause, bevor ihr mit kalten Händen nicht mehr an die kleinen Verschlüsse kommt.
Ganz ehrlich?
Im Sommer würde ich dich feiern.
Beim Wintercamping aber ist die Idee nicht so der Way to go.
Um es kurz zu machen:
Weder der Frottee‑Pyjama noch die Fraktion FKK gewinnt hier den Blumentopf.
Wir haben in unserem zweiten Set langer Unterwäsche, einem dünnen Schal, einem Stirnband und vor allem den dicken Hüttensocken geschlafen.
Das hat mit dem dreischichtigen Schlafsack‑Setup perfekt funktioniert.
Ich habe weder geschwitzt noch gefroren.
Zusätzlich habe ich meinen Schlafsack so weit zugezogen, dass nur noch eine kleine Atemöffnung blieb.

Tipp 1: Geht nicht davon aus, dass kalte Füße „schon warm werden“.
Wärmt eure Füße vorher, bevor ihr in den Schlafsack krabbelt.
Das Problem:
Wenn ihr mit kalten Füßen ins Bett geht, könnt ihr im besten Fall nicht schlafen. Im schlimmsten Fall werden sie nicht warm, aber ihr schlaft schon – und könnt nicht reagieren.

Grundregel:
Ein Schlafsack wird durch Körperwärme erhitzt. Und zwar erst mal punktuell. Sind die Füße kalt, bleibt die Fußzone kalt.
Tipp 2: Handwärmer zwischen die Schlafsackschichten
Legt einen Handwärmer mit Knickpad zwischen die Schlafsackschichten. So bekommt ihr warme Füße – aber keine Schweißfüße.
Denn: Schwitzen ist genauso gefährlich wie Frieren.
So das war jetzt viel Info auf einmal. Zum Abschluss des Kapitels noch einmal kurz und knackig die wichtigsten Infos:
Layering = Pflicht
Materialien, die funktionieren
Jacke – die äußere Lebensversicherung
Hände
Füße
Kopf & Hals
Schlafen
Sicherheit – wichtig und richtig. Aber wie? Die Kälte kann unerbittlich sein. Wenn man einmal ausgekühlt und ohne Optionen ist, findet man nur schwer einen Ausweg. Lasst es niemals so weit kommen.
Das Wichtigste ist, dass ihr für alle Eventualitäten einen Back‑up‑Plan habt.
Habt Notrufnummern der jeweiligen Region immer analog dabei. Falls ihr euch nicht sicher fühlt oder das Bauchgefühl Alarm schlägt: holt euch Hilfe.
Es ist immer Besser ihr kommt heil wieder zu Hause an, wie dass ihr euch in eine Situation bringt, die ihr nicht mehr händeln könnt.
Notrufnummern sind vor Allem: der Rettungsdienst, die Polizei, der Pannendienst, die Notfalhotline für psychische Notfälle. Googelt euch vorher einfach mal durch.
Eure wichtigsten Ressourcen sind: Wärme, Licht, Strom, körperliche Unversehrtheit. Wenn zwei gleichzeitig ausfallen, ist aller höchste Zeit umzukehren oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Stay safe!
Der häufigste Grund ist eine tote Batterie. Das passiert in der Kälte schneller, als man denkt.

Es gibt viele verschiedene Geräte auf dem Markt. Wichtig ist nur:
Wir hatten ein akkubetriebenes Starthilfe‑Set dabei. Zum Glück haben wir es nicht gebraucht – aber genau das bringt uns zum nächsten Punkt.
Vor unserem Urlaub haben wir:
Das Schlimmste, was passieren kann, ist: Der Diesel versulzt. Dann habt ihr ein echtes Problem.
Falls ihr einen Benziner fahrt, könnt ihr dieses Thema abhaken – Benzin versulzt nicht.Ein Benziner leidet eher unter zähflüssigem Motoröl.
Ein Elektrofahrzeug verliert bei extremer Kälte rasend schnell Akkuladung, was in abgelegenen Regionen lebensgefährlich werden kann.
Informiert euch vorher gründlich über die Schwachstellen eures Fahrzeugs.
Euer Auto ist euer einziger Schutzraum. Der Motor ist eure größte Wärme‑ und Energiequelle. Einen größeren Back- Up habt ihr nicht.
Er entscheidet darüber, wie weit ihr kommt. Denkt bei allem immer zuerst an euer Auto.
Sobald ihr euch nicht mehr sicher seid:
Umdrehen. Sofort.
Selbst wenn es nur ein komisches Bauchgefühl oder ein merkwüriges Geräusch ist dass euch Sorgen macht.
Das passiert schneller, als man denkt. Wir haben es an einem einzigen Tag geschafft, unseren Kombi dreimal festzufahren.
In eure Back‑up‑Ausrüstung gehört deshalb immer:
Meistens ist es nicht gefährlich, wenn man sich festsetzt. Oft kann man die Situation mit durchdachtem Rangieren oder vorsichtigem Hin‑ und Herschaukeln entschärfen.
Wenn die Reifen durchdrehen, hilft oft schon eine Ladung Katzenstreu – einfach in die Richtung streuen, in die ihr fahren wollt. Das erhöht die Chance, wieder Grip zu bekommen.
Schneeketten funktionieren nach dem gleichen Prinzip – aber nur, wenn ihr das Auto noch ein paar Zentimeter bewegen könnt.
Oft hilft im Schnee aber nur noch: graben.
Wir haben immer einen Bundeswehr‑Klappspaten und einen Zimmermannshammer dabei. Beides funktioniert auch bei extremer Kälte zuverlässig.
Ein Abschleppseil ist grundsätzlich immer eine gute Idee.
checkt unbedingt vorher ob euch der Untergrund trägt. Ganz unkompliziert: aussteigen, mit dem Schuh etwas im Schnee scharren, hüpfen, stampfen. So mekrt ihr am schnellsten wie tief ihr hier einsacken würdet.
Und passend zu diesem Punkt: schaut unbedingt auf Maps (Satellitenansicht) dass ihr nicht auf einem See steht. Man mag vielleicht denken: das sieht man doch. Falsch: Im Winter ist alles einfach weiß. Und falls ihr euch nicht sicher seid, fragt Lokals. Auch auf die Gefahr hin, einen komischen Blick zu kassieren. Aber immer noch besser wie im See eingebrochen.
Falls wirklich der Worst Case eintritt, ist guter Rat teuer.
Ihr habt die letzten Stunden alles gegeben, um euer Auto wieder fit zu bekommen – aber nichts hilft.
In diesem Moment müsst ihr eine Entscheidung treffen.
Natürlich könntet ihr im Auto übernachten und am nächsten Tag Hilfe holen.
Aber das Risiko ist hoch:
Bleibt nicht im kalten Auto sitzen. Nutzt eure Ressourcen und packt nur das Wichtigste ein.
Wirklich nur das Wichtigste – zu viel Gepäck kostet Kraft, die ihr nicht habt.
Was ihr unbedingt mitnehmen müsst
In ganz Skandinavien gibt es Notschlafstellen, sogenannte Shelter. Das sind kleine, beheizbare Räume mit einem Ofen – genau für solche Situationen gedacht.
Kein Luxus, kein Wellness.
Aber warm.
Und sicher.

Ihr findet sie über eine App. Es gibt auch kostenlose Listen im Internet. Die App kostet 2–3 €, führt euch aber per GPS direkt dorthin.
Wichtig: Installiert die App schon zuhause.
Die Paywall kommt erst, wenn ihr die Shelter sehen wollt – kaufen müsst ihr sie erst im Notfall.
Stichwort: Stromsparen!
In der Kälte werdet ihr schneller müde. Eure Muskeln brauchen für dieselbe Arbeit deutlich mehr Kraft.
Der Weg zum Shelter kostet Energie – überschätzt euch nicht.
Bevor ihr losgeht:
Markiert euer Auto in Maps. So findet ihr am nächsten Morgen sicher zurück.
Im und nach einem Schneesturm sieht alles gleich aus – und ein Auto kann man erstaunlich leicht „verlieren“.
Bevor ihr überhaupt losfahrt, solltet ihr zuhause eine oder mehrere Personen bestimmen, die euch „beobachten“.
In meinem Fall war das meine Schwester. Sie hat uneingeschränkten Zugriff auf meinen Standort bekommen. Ich habe mich jeden Morgen und jeden Abend bei ihr gemeldet.
So hätte sie im Notfall Hilfe verständigen und meinen Standort teilen können.
Falls ihr in einer Notsituation seid, sagt eurem Notfallkontakt Bescheid, dass ihr euer Auto verlassen müsst. Macht – falls noch nicht geschehen – einen konkreten Plan für die nächsten 24 Stunden.
Ohne Panik, ohne Drama. Alles ist okay, ihr habt noch Handlungsspielraum.
Und je nachdem, wie ihr sonst kommuniziert: Sagt eurem Notfallkontakt, dass ihr bei euren Routinemeldungen nur kurz ein Emoji oder einen sehr knappen Satz schicken werdet. Ihr habt keinen Akku übrig für lange Nachrichten.
Es geht nur um ein kurzes: „Uns geht’s gut. Die Nacht war kalt, aber wir sind okay. Danke.“

Die Listen werden niemals vollständig sein. Weder meine noch die einer anderen Seite.
Damit meine ich, überlegt lieber fünfmal, was euch im Notfall helfen kann.
Solche Listen sind extrem individuell.
Dieses Kapitel kann schon gehörig Respekt machen. Ich möchte niemandem Angst machen.
Ich möchte euch nur davor bewahren, einen solchen Trip auf die leichte Schulter zu nehmen.
Macht das nur, wenn ihr schon lange campt und euch sicher seid. Fahrt niemals allein los. Ihr solltet mindestens zu zweit sein.
Am besten mit jemandem, mit dem ihr schon oft autark draußen wart. In vielen Situationen muss man blind ein Team sein.
Wir sind übersät mit blauen Flecken, Riss‑ und Quetschwunden und etlichen Kilo weniger auf der Waage nach Hause gefahren.
Wir haben gekämpft, geweint, uns nach 14 Jahren noch einmal neu kennengelernt –aber vor allem haben wir uns bewiesen, dass Camping mehr ist als Festival- Tütensuppen und Clubcamping mit Happy Hour- Aktion.
Lasst euch nicht einreden, nur teure Urlaube würden zählen.
Ein Abenteuer kann man nicht kaufen.
Abenteuer müssen gelebt werden.
Mein Fazit: Minimalistisches Camping in schwedischem Lappland im Januar ist unfassbar zehrend.
Und doch möchte ich keine Sekunde missen.
Wir haben ein Abenteuer erlebt, das uns nie wieder loslassen wird.
Wer nun doch noch Lust auf die gesamte Geschichte hat: "Eine Reise bis fast ans Ende der Welt" . Holt euch ein warmes Getränk und friert mit uns um die Wette.

Vielen lieben Dank an alle, die bis hierher tapfer mit mir durchgehalten haben.
Vielen lieben Dank an alle, die sich in manchen Kapiteln etwas herauspicken konnten.
Und vor allem:
Vielen lieben Dank an alle Camper, die unsere Community so menschlich machen.
Und jetzt?
Raus mit euch.
Habt Spaß.
Und passt aufeinander auf.
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Noch nicht genug vom hohen Norden? Hier geht die Reise weiter:
